Volkstanzgruppe Marienfeld

 

Englandreise vom 20.05. – 24.05.2010

 

Vom 20.05. bis zum 24.05.2010 waren wir zu Gast bei den Men of Wight Morris Men auf  der Isle of Wight in Südengland. Wir haben diese Gruppe vor zwei Jahren auf unserem 30-jährigen Jubiläum kennengelernt und haben uns sehr über diese Gegeneinladung gefreut.

 

20.05.2010 

Am Donnerstagmorgen ging es bereits um 5 Uhr los in Richtung England. Wir hatten uns zum Glück entschieden mit dem Bus zu fahren, der Asche spuckende Vulkan auf Island hätte uns bei der Anreise mit dem Flugzeug auch eventuell einen Strich durch die Rechnung gemacht. Über die Niederlande und Belgien ging es weiter nach Calais, wo nun der Eurotunnel vor uns lag. Nach einer kurzen Passkontrolle konnten wir mit unserem Bus in den Zug und durch den Tunnel nach Dover fahren. Hier konnten wir uns dann erst einmal mit einer leckeren Gulaschsuppe stärken. Dann war es auch an der Zeit unserem Werner ein Geburtstagsständchen zu bringen. Da wir gerne über Pfingsten verreisen und Werner auch immer gerne mitfährt, „musste“ er seinen Geburtstag mal wieder mit uns verbringen. Für uns war der Linksverkehr etwas gewöhnungsbedürftig, aber Daniel ist oft in England unterwegs und chauffierte uns sicher noch Portsmouth. Auf der Fähre zur Isle of Wight erhielt Astrid dann eine Schreckensnachricht von zu Hause. Inhalt der SMS „Ist es eigentlich sehr teuer, wenn man die Goldhaube vergisst“. Oh, oh, wer uns kennt, weiß, das ist teuer. Die Kiste Bier ist ja das wenigste gegenüber den Sprüchen, die  man sich dann auf einer Reise anhören muss. Das Schlimmste war ja, dass sie gar nichts dafür konnte, dass die Haube im Auto zurückgeblieben ist, man darf sich nur um 5 Uhr nicht auf  helfende Hände verlassen. In Fishbourne angekommen, wurden wir am Hafen bereits von Ray und Malcolm in Empfang genommen. Die beiden waren sogar in Tracht gekommen, sie hatten wohl befürchtet, dass wir sie sonst nicht erkennen. Gemeinsam fuhren wir nun nach Arreton Barnes, einem netten Pub, wo wir uns in den nächsten Tagen noch häufiger treffen sollten. Die anderen Gastfamilien erwarteten uns bereits und wir sahen einige neue, aber viele bekannte Gesichter wieder. Nach einer kurzen Begrüßung wurden wir auf unsere Familien verteilt und haben unseren ersten Abend in England verbracht.

 

21.05.2010

 Am nächsten Morgen trafen wir uns an der Briddlesford Farm wieder. Der ein oder andere hatte an diesem Morgen auch schon ein englisches Frühstück mit allem Drum und Dran genossen. Gemeinsam mit den Morris Dancers fuhren wir nach Alum Bay, um dort die Needles und die Steilküste zu besuchen. Damit wir die Seilbahn, die zum Strand hinunterführt, umsonst benutzen konnten, zeigten die Morris Dancers zuvor in Können. Wir durften uns an diesem Tag noch schonen. Nach einem Mittagsstopp in einem sehr schön gelegenen Pub hatten wir den Nachmittag zu freien Verfügung. Einige gingen an Bord eines Segelbootes, andere an den Strand. Man höre und staune, von englischem Schmuddelwetter war nichts zu sehen. Statt der Regenschirme kam die Sonnenmilch zum Einsatz. Wir hatten jeden Tag strahlend blauen Himmel und 20 bis 25 Grad. Gertrud und Birgitta waren an diesem Nachmittag sogar stilecht zur 5 o´clock tea-time eingeladen. Am Abend trafen wir uns alle wieder in Arreton Barnes zum gemeinsamen Abendessen. Zum Abschluss gab es auch noch eine musikalische Einlage von Günter, Mike, Rick und Werner.

 

22.05.2010

Heute stand auch für uns das Tanzen auf dem Programm. Neben den Morris Dancers gingen auch die Oyster Girls, die Damengruppe der Insel, sowie die Gruppe Raddon Hill aus Devon mit auf Tour. In Arreton, Sandown, Shanklin, Ventnor und im botanischen Garten zeigten alle vier Gruppen im Wechsel ihr Können. Durch die verschiedenen Auftrittsorte sind wir an diesem Tag viel auf der Insel herumgekommen und konnten uns davon überzeugen, wie schön diese Insel ist. Das Sommerwetter hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass alles noch schöner wirkte. Wir hatten  doch vor Reisebeginn in Deutschland immer noch sehr kaltes Wetter und freuten uns über die ersten Sonnenstrahlen umso mehr. Am Abend trafen sich alle Gruppen in Porchfield  zu einem gemeinsamen Abend, der unserem Ball der Nationen sehr ähnelte. An diesem Abend haben wir wieder einmal gesehen, dass der schlechte Ruf des englischen Essens ungerechtfertigt ist. Steve hatte es sogar geschafft, zwischendurch noch Chili zu kochen und einen english Trifle zu zaubern. Es wurden die mitgebrachten Speisen  zu einem Buffet aufgebaut und jeder konnte sich erst einmal stärken, bevor es mit gemeinsamen Tänzen weiterging. Ungewohnt war für uns allerdings, dass um 23 Uhr Schluss war, war wohl mit der Sperrstunde von früher immer noch zusammenhängt.

 

23.05.2010

Am Sonntag hatten wir uns dann angesichts des sommerlichen Wetters für unsere Alltagstracht entschieden. So hatte auch unser naughty girl wieder eine Kopfbedeckung. Doch fehlte jetzt auf  einmal bei den Männern ein Hut und die Getränke auf den kommenden Übungsabenden waren wieder gesichert. In Cowes konnten wir vor malerischer Kulisse mit Segelbooten auf dem Pier tanzen. Am Nachmittag fuhren wir nach Havenstreet. An der historischen Eisenbahnstation fand an diesem Wochenende ein Oldtimerfest statt und wir brachten mit unseren Tänzen ein wenig Abwechslung in das Programm. Zum Abschluss fuhren wir mit der historischen Bahn noch eine Station weiter. Zum Farewellabend  trafen wir uns diesmal im Fishbourne Inn. Durch Malcolms lautstarke Moderation, traf jeder an diesem Abend mehrmals mit neuen Tischpartnern zusammen. Hatten wir am ersten Tag noch einige Sprachprobleme, hatte sich unser Englisch in den letzten Tagen schon so weit gebessert, dass an diesem Abend an jedem Tisch eine angeregte Unterhaltung stattfand.

 

24.05.2010

 Viel zu schnell waren die Tage wieder verflogen und wir standen schon wieder am Hafen von Fishbourne, um uns zu verabschieden. Um 8 Uhr startete die Fähre Richtung Mainland, wie das Festland von den Inselbewohner liebevoll genannt wird. Bevor wir uns auf den Weg zum Eurotunnel machten, legten wir noch einen Stopp in einem Designer-Outlet ein, wo wir  unsere letzten Pfund unter die Leute  bringen konnten. Durch den Pfingstrückreiseverkehr war sehr viel los auf den Autobahnen, doch nach 15 Stunden Reisezeit erreichten wir Marienfeld um 0.00 Uhr.

 

Es waren wieder sehr schöne Tage, die wir zusammen auf der Isle of Wight verbracht haben. Das Wetter war super, die Insel wunderschön und die Gastfreundschaft unserer englischen Freunde unglaublich.

 

Reisebericht von Anke Kosfeld