In der Zeit vom 02.08. – 09.08.1998 fand unser Gegenbesuch in Naukseni/Lettland statt.
Um kurz vor 9.00 Uhr ging es am Sonntagmorgen in Richtung Flughafen los. Nachdem wir unser Gepäck eingecheckt hatten, blieb uns noch genügend Zeit, um uns auf dem Flughafen umzusehen, bevor unser Flieger nach Lettland startete. Nach einer Zwischenlandung in Kopenhagen, hatten wir dann gegen 18.00 Uhr lettischen Boden unter unseren Füßen. Am Flughafen wurden wir von Everita, Ilze und Jannis in Empfang genommen. Drei Stunden Busfahrt lagen nun vor uns, bevor wir das Kulturhaus in Naukseni erreichten, wo uns die anderen Tänzer bereits erwarteten. Einige Gesichter waren für uns neu, doch die meisten hatten wir bereist 1996 in Marienfeld gesehen. Zur Begrüßung erhielt jeder von uns einen kleinen Beutel Kümmel, der in der Umgebung von Naukseni angebaut wird. Die Kümmelfelder haben wir jedoch während des ganzen Aufenthaltes nicht entdecken können. Anschließend fand die Aufteilung der Gastfamilien statt und wir hatten nun die Gelegenheit, uns in die neue Umgebung einzugewöhnen.
Für die folgenden Tage hatte die lettische Gruppe ein reichhaltiges Programm mit Besichtigungen und Auftritten organisiert. Am Montag lernten wir nun Naukseni näher kennen. Morgens begrüßte uns der Bürgermeister im Gemeindehaus. Gemeinsam unternahmen wir anschließend einen kleinen Spaziergang durch Naukseni. Nach dem Mittagessen im Kulturhaus besichtigten wir den Betrieb „Naukseni“, in dem unter anderem das Mineralwasser dieser Gegend abgefüllt wird. Am Abend trafen sich alle in Udzeni zu einem gemütlichen Beisammensein. Durch den plötzlich einsetzenden Regen konnten wir zwar nicht draußen sitzen, die folgende Stimmung beeinträchtigte dieses jedoch nicht.
Am Dienstag stand ein Ausflug nach Riga auf dem Programm. Zuerst besichtigten wir ein Freilichtmuseum am Stadtrand Rigas. Hier konnten wir einen Eindruck gewinnen, wie man vor vielen Jahren in Lettland gelebt hat. Nach einer kurzen Mittagspause erwartete uns dann eine Stadtführung durch die Altstadt. Vom Turm der Petrikirche hatten wir einen wunderschönen Blick über Riga. Bevor wir den Rückweg nach Naukseni antraten, blieb uns noch ein wenig freie Zeit, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Da die meisten schon recht geschafft waren, trafen so nach und nach fast alle im Straßencafe ein, um sich bei einem kühlen Bier zu erholen.
Am Mittwochmorgen erwartete uns der Bürgermeister in Rujiena zu einem Empfang und einem anschließenden Stadtrundgang. Nachmittags absolvierten wir unseren ersten Auftritt. Zur Freunde der Bewohner zeigten wir im Alten- und Behindertenheim „Ruja“ unser Können. Abends fand im Kulturhaus von Rujiena ein Freundschaftskonzert statt, an dem auch die Volkstanzgruppen aus Naukseni und Rujiena teilnahmen. Der Tanzleiter der Gruppe aus Naukseni war so begeistert von unserem Schiffertanz, dass wir diesen beim anschließenden, gemeinsamen Tanzen der Gruppe beibringen mussten.
Donnerstagmorgen ging die Fahrt zuerst nach Cesis, wo wir ein Museum und eine alte Schlossruine besichtigten. Im Museum konnten wir feststellen, dass man auch hier einen einwandfreien Handyempfang hatte. Danach fuhren wir zu einem Ort, wo die Menschen früher eine Holzsiedlung inmitten einer Insel gebaut hatten. In Sigulda besuchten wir ebenfalls eine alte Burgruine und den Skulpturenpark. Den Abend verbrachten wir dann zum ersten Mal gemütlich in unseren Gastfamilien.
In Mazsalaca tanzten wir am Freitagmorgen auf dem Dorfplatz. Weiter ging es dann zu einem Naturpark mit Holzfiguren und zu den roten Kreidefelsen. An den Kreidefelsen konnten wir das Naturschauspiel des Echos verfolgen. Zur Mittagszeit wurde hier ein Lagerfeuer angezündet und die mitgebrachten Würstchen gegrillt. Nach dem Essen holte Werner dann auch seine Gitarre ´raus und stimmte einige Lieder an, unter anderem auch das Lied dieser Fahrt „Dänen lügen nicht“. Abends fand in Naukseni das Dorffest statt, zu dem verschiedene Tanzgruppen der Umgebung eingeladen waren. Nach dem Konzert tanzten wir noch bis tief in die Nacht, so dass nur noch wenige Stunden Schlaf bzw. in einem Fall sogar gar kein Schlaf vor uns lagen, bevor wir am Samstagmorgen unseren letzten Ausflug nach Valmiera unternahmen.
Hier hatten wir nun noch einmal die Gelegenheit einzukaufen und die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Am Abend fand dann das Folklorefestival in Rujiena statt. In einer alten Burgruine, mit einem Fluss im Hintergrund, tanzten auch hier wieder viele verschiedene Gruppen. Leider war das Wetter an diesem Abend so wechselhaft, dass wir nicht lange hier blieben. Bevor wir jedoch nach Naukseni zurückfuhren, hatten wir noch die Gelegenheit eine lettische Spezialität zu probieren.: Dunkle Erbsen mit Speck und einem Glas Buttermilch. Im Kulturhaus in Naukseni fand dann der Abschiedsabend statt. Gertrud überreichte unser Gastgeschenk, einen Kassettenrecorder, der unsere Freunde bei ihren Übungsabenden unterstützen wird und bedankte sich bei allen Gastfamilien und Gruppenmitgliedern noch einmal ganz herzlich.
Am Sonntagmorgen hieß es dann wieder einmal Abschiednehmen. Unter Tränen wurden wir von den meisten Gastfamilien in Naukseni verabschiedet. Waren wir am Sonntag zuvor von drei Personen in Empfang genommen worden, so hatte sich das Verabschiedungskomitee start vergrößert. Am Flughafen hieß es dann zum zweiten und letzten Mal Abschiednehmen, wobei die Tränen hier teilweise noch stärker flossen. Nach einem ruhigen Flug konnten wir in Hannover alle Gepäckstück vollzählig und unbeschädigt in Empfang nehmen. Um 18.40 Uhr hatte uns Marienfeld wieder.
Die Eindrücke, die wir auf dieser Reise gesammelt haben, lassen sich kaum in Worte fassen. Die Gastfreundschaft, die uns unsere lettischen Freunde hat spüren lassen, war überwältigend. Ich denke, wenn wir ein weiteres Mal nach Lettland fahren, werden alle nach Möglichkeit wieder dabei sein.
Reisebericht von Anke Kosfeld
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