Volkstanzgruppe Marienfeld

Sowjetunionreise vom 18. – 28.07.1991

Größter Höhepunkt des Jahres 1991 war wohl zweifelsohne unsere Reise in die Sowjetunion vom 18. – 28.07.1991. Vorbereitet auf die Reise hatte sich die Gruppe durch zusätzliche Übungsstunden am Sonntagmorgen (was einigen sehr schwer viel). Herr Schafmeister vom Drostehaus Verl vermittelte uns auf einer Informationsveranstaltung wichtige und interessante Erfahrungen und Eindrücke, die er selbst bei mehreren Reisen in die Sowjetunion gesammelt hat.

Nach der langen Vorbereitungsphase konnte es dann am frühen Morgen des 18. Juli losgehen. Treffpunkt war wie gewöhnlich der Schulhof Marienfeld. Nachdem auch die letzten Schlafmützen eingetroffen und das Gepäck verladen war, konnte Hermann Pelkmann die erwartungsvolle Reisegruppe dann zum Frankfurter Flughafen chauffieren. Schon um 16.55 Uhr landeten wir dann auf dem Flughafen Scheremetiewo, wo wir von „Heinrich“ unserem Reiseführer und Dolmetscher in Empfang genommen wurden. Danach erfolgte die Unterbringung in einem Moskauer Hotel. Der Freitag (19.07.) und Samstag (20.07.) stand dann ganz im Zeichen der Stadtrundfahrt mit Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von Moskau. Hier nur einige Ziele stichpunktartig aufgeführt, wie z.B. der Rote Platz mit Wachwechsel vor dem Lenin-Mausoleum, Universität, U-Bahn, Kreml, Zarenkirche, Jungfrauenkloster und Basar in der Abartstraße.

Am Samstagabend ging es dann schon mit dem Flugzeug zu unserem zweiten Reiseziel Lugansk. Eine Trachtenabordnung begrüßte uns am Flughafen auf traditionelle Weise mit Salz und Brot. Die Unterbringung erfolgte auch hier wieder im Hotel. Den Abend verbrachten wir zusammen mit der Jugend-Jazz-Band der Musikschule Lugansk, die im Hotel für uns spielte. Zu späterer Stunde beteiligten sich auch unsere Musiker an den Vorführungen und es wurde gemeinsam musiziert.

Für den nächsten Vormittag stand dann wieder eine Stadtrundfahrt mit den Sehenswürdigkeiten von Lugansk auf dem Programm. Unseren ersten Auftritt absolvierten wir dann am Nachmittag in Stachanow, wo wir im Kulturpark gemeinsam mit der Musikgruppe Lugansk auftraten.

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Es ist Montag (22.07.) und unsere Reise geht weiter zu unserem dritten Reiseziel Severodonetzk. Dieses Mal reisen wir mit dem Bus. Es ist zwar nicht so komfortabel, wie wir es von Zuhause gewohnt sind, doch an den Kwas-Stationen wurde uns die Fahrt dann versüßt. Der Kreisrat der Stadt Sevorodonetzk begrüßte uns, wie landesüblich, auch hier mit Brot und Salz. Er sprach dann auch gleich eine Einladung zum Eislaufen für den Nachmittag aus. Doch zuvor, wie sollte es anders sein, brachten wir erst einmal eine Stadtrundfahrt hinter uns. Das Programm war straff durchorganisiert, so dass wir direkt nach dem Eislaufen zu einem Campingplatz fuhren. Für Eckhard Bakenhus endete hier erst einmal die Reise. Er hatte Pech beim Eislaufen gehabt. Mit dem Kopf war er auf das Eis geschlagen und einen Moment bewusstlos liegengeblieben. Zur Beobachtung musste es eine Nacht im Krankenhaus verbringen, konnte dann aber beschwerdefrei am nächsten Tag entlassen werden. Auf dem Campingplatz Severodonetzk fand dann ein Auftritt statt. Auf einer Bühne tanzten wir abwechselnd mit der Tanzgruppe Veselka vor einem begeisterten Publikum. Nach diesem Auftritt war für den Abend ein gemütliches Essen mit den Mitgliedern der Tanzgruppe Veselka organisiert. Hier hatten wir zum ersten Mal die Gelegenheit persönlichen Kontakt zu der Bevölkerung zu knüpfen. Auch die Unterbringung erfolgte in Privatfamilien. Die Verständigung war nicht sehr einfach, doch die meisten Gastfamilien hatten sich um Dolmetscher bemüht, so dass doch Gespräche zustande kommen konnten..

Bis zum nächsten Mittag (23.07.) verweilten wir in den Gastfamilien. Doch dann hieß es schon wieder einmal Abschiednehmen. Wir fuhren zurück zu unserem vorherigen Reiseziel Lugansk. Hier war dann für den Abend ein gemeinsames Konzert mit einer Kosaken-Folkloregruppe für sowjetische und amerikanische Jugendliche organisiert. Diesen Abend wird jeder wohl noch gut in Erinnerung haben!!!

Nach dem Frühstück am anderen Morgen (24.07.) war unsere Zeit in Lugansk zu Ende. Mit dem Bus reisten wir nach Mariopol. Zur allgemeinen Freude erfolgte auch hier die Unterbringung in Privatfamilien. Da in dieser Gegend viele Deutschstämmige leben, klappte auch die Verständigung in den Familien zum größten Teil problemlos, da doch viele noch deutsch sprechen konnten.

Nach den etwas strapaziösen vorausgegangenen Tagen sollte unser Aufenthalt in Mariopol doch etwas mehr unter dem Zeichen der Erholung stehen. Zwar begann der Donnerstag (25.07.) wieder mit der üblichen Stadtrundfahrt, wobei wir den Hafen, den Kulturpalast und ein Museum u.v.m. besichtigten. Danach fuhren wir aber zu einem nahegelegenen See. Hier hatten unsere Gasteltern für uns ein Picknick organisiert. Im See konnte gebadet werden, einige nutzten die Gelegenheit, mit einem Ruderboot auf dem See zu schippern. Gemütlich klang der Tag aus, indem wir uns nach dem Abendessen im Kulturpalast in geselliger Runde nochmals zusammensetzten.

Voll gespannter Erwartung schauten wir dem nächsten Tag (26.07.) entgegen. Unsere Gastfamilien hatten für uns einen Tagesausflug mit einem Schiff zur Halbinsel Belosarajskig am Schwarzen Meer organisiert. Nach etwa einer einstündigen Schifffahrt erreichten wir unseren Zielort. Wir konnten hier den ganzen Tag mit baden, sonnen, faulenzen und Schaschlikgrillen verbringen. Zur allgemeinen Erleichterung hatten die Gasteltern jedoch Sonnenschirme eingepackt, denn am ganzen Strand gab es weder Strauch noch Baum, der Schatten hätte spenden können. Doch einige ganz Sonnenhungrige mussten am Abend feststellen, dass es doch zuviel des Guten war und sie sich einen ganz schönen Sonnenbrand geholt hatten.

Auch die schönste Zeit geht einmal zu Ende und so hieß es am Samstag (27.07.) wieder einmal Abschiednehmen. Unser Bus brachte uns nach Lugansk. Dort startete um 15.00 Uhr unser Flugzeug und brachte uns zurück nach Moskau. Dort verbrachten wir unsere letzte Nacht im Hotel. Um 9.00 Uhr des nächsten Tages traten wir dann den Rückflug nach Düsseldorf an. Hermann Pelkmann erwartete uns schon am Flughafen und chauffierte uns sicher nach Marienfeld, wo wir von den Daheimgebliebenen erwartet wurden.

Reisebericht von Markus Theißen